Wissen · Malware· 7 Min. Lesezeit
Die häufigsten Arten von Website-Malware
Nicht jeder Hack sieht gleich aus. Je nach Ziel des Angreifers versteckt sich Schadcode an anderen Stellen und richtet unterschiedlichen Schaden an. Wer die Art kennt, versteht schneller, wie dringend es ist.
Backdoor: die versteckte Hintertür
Eine Backdoor ist ein kleines Skript, über das der Angreifer jederzeit zurückkehren kann, auch wenn Passwörter geändert wurden. Sie steckt gern in Upload-Ordnern, getarnt als Bild- oder Cache-Datei, oder als eingeschleuster Code in einer harmlos wirkenden Datei.
Spam-Injektion und Keyword-Hack
Dabei erzeugt der Schadcode tausende Seiten mit Werbung für Medikamente, Glücksspiel oder gefälschte Markenware. Eine bekannte Variante ist der japanische Keyword-Hack, bei dem Seiten mit japanischen Texten in den Google-Index gelangen. Besucher sehen davon oft nichts, Suchmaschinen sehr wohl.
Weiterleitungen
Besucher werden auf fremde Seiten umgeleitet, häufig nur beim ersten Besuch, nur von Mobilgeräten oder nur bei Klicks aus der Google-Suche. Das macht diese Art schwer nachzuvollziehen, denn der Betreiber selbst sieht beim Aufruf meist nichts Auffälliges.
Skimming im Online-Shop
Bei Shops zielen Angreifer auf Zahlungsdaten. Ein eingeschleustes Skript liest Kartendaten direkt im Checkout mit und schickt sie an einen fremden Server. Der Shop funktioniert dabei normal weiter, deshalb fällt der Angriff oft erst durch Kundenbeschwerden auf.
Besonders kritisch
Sind Zahlungs- oder Kundendaten betroffen, sind meist Meldepflichten zu prüfen.
Weitere Formen
- Cryptominer, die heimlich Rechenleistung der Besucher oder des Servers nutzen.
- Phishing-Seiten, die im Webspace abgelegt werden und fremde Logins imitieren.
- Defacement, bei dem die Startseite sichtbar durch eine Botschaft der Angreifer ersetzt wird.
- Spam-Versand über manipulierte Formulare oder eingeschleuste Mailskripte.
Wie Schadcode hineinkommt
Die meisten Einbrüche nutzen bekannte Lücken in veralteten Erweiterungen, schwache oder mehrfach verwendete Passwörter oder unsichere Einstellungen. Die OWASP Top 10 fassen die häufigsten Schwachstellenarten von Webanwendungen zusammen.